Termine
Keine Termine
Unsere Partner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An dieser Stelle möchte ich auch einmal auf die "Ausrüstung" und die "Fahrten" im Allgemeinen eingehen. Da wir über mehrere Fahrräder verfügen, uns aber klar wurde, das wir einiges an Gepäck dabei haben würden und es wohl auch einige Höhenmeter zu absolvieren gab, entschieden wir uns für die erste Tour für unsere Mountainbikes. Die Räder wurden noch mit einem Gepäckträger ausgestattet, da solche Räder standardmässig über keinen solchen verfügen. Ausserdem haben wir noch einen Tacho montiert, um die gefahrenen Kilometer und Höhenmeter messen zu können. Wir entschieden uns dann auch dafür, um die provisorischen Gepäckträger nicht übermässig zu belasten, je einen Radtouren-Rucksack mit zu nehmen. Somit konnten wir also knapp 10 Kilogramm Gepäck mitnehmen, verteilt auf je ca. 5 Kilo für Rücksack und Gepäckträgertasche. Für unsere anderen Touren hat sich mein Kollege Manfred dann für sein Trekkingrad entschieden, ich selbst bin beim bewährten Mountainbike geblieben.
Aber nun auch einmal eine Auflistung der Gegenstände die wir gepackt bzw. mitgenommen haben. An allgemeinem Radzubehör - Pumpe - Trinkflaschen - Ersatzschläuche - kleines Werkzeug - Kettenverschluss - Ersatzzüge - Bremsbeläge. Für die Fahrt und Allgemein - Karten und Infoblätter - diverse Gurte und Tüten, an Ausrüstung/Bekleidung - Helm + Brille - Radhandschuhe - Radschuhe - normale Schuhe - Regenkleidung - Überschuhe - Arm- + Beinlinge - Trikot kurz + lang - Bikeshorts - Shirts - Hose - Jacke - Unterbekleidung - Socken. Dann noch die persönlichen Dinge für die Körperpflege - Duschgel - Deo - Rasierer - Zahnpflege - Cremes - kleine Reiseapotheke - Traubenzucker - Müsliriegel sowie - Ipod + Kabel - Handy + Netzteil - Portemonnaie + Ausweise - EC-Card, dazu dann noch einige Kleinigkeiten wie Photoapparat usw. Insgesamt kommt doch Einiges zusammen - es geht sicher auch mit Weniger. Allerdings haben wir unterwegs auch immer wieder Leute getroffen, die weit aus mehr mit geführt haben - trotz Übernachtungen in Pensionen oder Gasthäusern. Die also, genau wie wir, kein Zelt, Isomatte, Schlafsack usw. benötigten.
Zur eigentlichen Fahrt/Anfahrt ist zu sagen, das wir jeweils mit der Bahn meist von Bremen aus angereist sind und je nach Verbindung nach Bremen oder Hamburg zurück gefahren sind. Wir haben auch keinelei Übernachtungen vor gebucht, sondern wollten uns die Freiheit lassen, je nach Tagesleistung und Lust/Laune entscheiden zu können, wann und wo wir übernachten wollen. Auch an "Proviant" haben wir ausser unseren Trinkflaschen und einigen Müsliriegeln nichts weiter mitgeführt, um dann immer wieder spontan vor Ort entscheiden zu können wann und wie wir einkehren und essen möchten. Zusätzlich zu der Freiheit spontan entscheiden zu können, gibt es einem auch die tolle Möglichkeit so immer wieder Land und Leute kennen zu lernen und auf örtliche Besonderheiten speziell einzugehen.
Wir haben mit diesem Anspruch dann auch immer private Pensionen oder kleine Gasthäuser für die Übernachtung und die örtlichen Bäcker/Metzger/Wirtshäuser für die "Verpflegung" bevorzugt. Wir haben auf diese Weise auch versucht mit den "Einheimischen" ins Gespräch zu kommen und Interessantes über die Region zu erfahren. Wir haben die ganze Unternehmung aber auch "sportlich" gesehen, soll heissen, wir haben versucht soviel Kilometer wie möglich am Tage "abzureissen" und die Strecke in einer möglichst passablen Zeit zu bewältigen. Nach Möglichkeit haben wir uns an die ausgeschilderten und ausgesuchten Radwege gehalten, hier und da aber auch mal Abstecher oder kleine Änderungen an der Route vorgenommen. Wenn keine Radwege zur Verfügung standen, blieb uns dann nichts weiter übrig als auf unsere eigene "Navigation" oder auf Tipps der Einheimischen zu bauen. Nach Möglichkeit haben wir uns dann immer auf die kürzeste, schnellste Variante entschieden. Auf allen Touren hatten wir glücklicherweise bisher keinerlei Stürze, allerdings auf einer der letztjährigen Touren eine erschreckende Häufung von "Platten" an meinem Mountainbike. Auch blieben wir bisher von irgendwelchen Diebstählen und Anfeindungen oder sonstigen ärgerlichen Zwischenfällen verschont. Ganz im Gegenteil, wir haben immer interessante, nette, liebe Leute getroffen und hatten mächtig Spass auf all unseren Touren.
Nun aber noch in Kurzform, wegen der langsam verblassenden Erinnerung, eine Tourbeschreibung unserer allerersten Deutschlandtour-Etappe vom Bodensee zum Königssee.
1. Tag: Anreise mit der Bahn von Bremen nach Lindau. Nach anstrengender Bahnfahrt, vor allem durch die Umstiege und die damit verbundenen Nervereien durch die Fahrräder, Ankunft in Lindau. Hier noch einen kleinen Stadtbummel und daran anschliessende Fahrt mit dem Rad zur ersten Übernachtung in Lindenberg. Schwül-warmes Wetter und ca. 30 Kilometer auf dem Rad.
2. Tag: Lindenberg – Eisenberg –  ca.110 Kilometer. Leicht bewölkter Start in Lindenberg in Richtung Oberstaufen. Vorbei am Großen Alpsee, durch Städte wie Immenstadt, Rettenberg, Petersthal am Rottachsee und Nesselwang. Ab Mittag dann einsetzender Regen der auch bis zum Abend nicht mehr aufhörte. Die letzten Kilometer also mit kompletter Regenmontur. Völlig durchnässt wurden wir aber dennoch in einem Gasthof mit Restauration in Eisenberg nett aufgenommen.
3. Tag: Eisenberg – Murnau – ca. 80 Kilometer. Ein zunächst sonniger Morgen mit tollem Ausblick auf die Alpen. Kurz hinter Füssen am Forggensee ab Mittag immer wieder Regen. Ab Höhe Schloss Neuschwanstein erst leichter Nieselregen der dann immer stärker wurde und uns zwang bei einem Bauern unter seinem Scheunendach Schutz zu suchen. Schloss Neuschwanstein hat uns nicht nur wegen des einsetzenden Regens zur Weiterfahrt bewogen sondern auch wegen der Touristenmassen und dem damit verbundenen Nepp und Kitsch und der Geldabzocke die damit einhergeht. Nach der weiteren Fahrt durch romantische Landstriche und an der barocken Wieskirche vorbei, durch Bad Kohlgrub schliesslich bis nach Murnau am schönen Staffelsee gelegen.

4. Tag: Murnau – Tegernsee – ca. 60 Kilometer. Der Tag begann trocken und wir fuhren zügig von Murnau nach Glenleiten um dort das bekannte Bauernhausmuseum zu besuchen. Ein überaus sehenswertes Freilichtmuseum mit diversen alten typisch bayerischen Bauerngehöften und Betrieben mit den ebenso historischen Einrichtungen, Geräten und Werkzeugen. Wir fuhren von hier nach dem Mittag in Richtung Kochelsee und weiter über Benediktbeuren, Bad Heilbrunn und Bad Tölz an den Tegernsee. Zwischendurch wurden wir begleitet von einigen Regenschauern. Im Ort Gmünd am Tegernsee suchten wir uns eine Pension zur Übernachtung und fanden hier dann auch das Negativbeispiel dieser Tour in Hinblick auf das Preis-Leistungsverhältnis. Die Region am Tegernsee zehrt auch nur noch von ihrem guten Ruf aus längst vergangener Zeit – hier vor Ort wirkt alles eher miefig und insgesamt sehr abgelebt.

5. Tag: Tegernsee – Aschau – ca. 100 Kilometer. Regenreicher Start in Gmünd – so schlecht die Pension – so schlecht auch das Wetter an diesem Morgen. Wir kommen nicht wirklich weit und gut voran. Der Regen zwingt uns immer wieder zu Zwangspausen – so entstand auch die Situation in der Bäckerei – aber davon am Ende mehr. Wir kommen so an den Schliersee. Zwischendurch beruhigt sich der Regen immer einmal und so fahren wir weiter Richtung  Bad Feilnbach, überqueren den Inn und gelangen zum Tagesende nach Aschau wo wir aber wieder vollkommen durchnässt nach einer Unterkunft fragen müssen. Auch hier ist man freundlich und wir geniessen ein tolles Abendessen und ein warmes trockenes Zimmer.

6. Tag: Aschau – Teisendorf – ca. 90 Kilometer. Früher Aufbruch in Richtung Bernau an den Chiemsee. Hier liessen wir unser Gepäck in einem freundlichen Radgeschäft und fuhren dann von Felden aus mit der Fähre auf die Insel Herrenchiemsee um das dortige Schloss zu besichtigen. Ein guter Entschluss trotz des Zeitaufwandes. Zurück an Land ging es weiter in Richtung Traunstein und weiter entlang des gekennzeichneten Radweges und mit reichlich Aufholleistung bis nach Teisendorf. Am Abend dort angekommen öffnete uns die nette Dame des Touristikbüros noch einmal ihr Infobüro um uns telefonisch ein private Unterkunft zu besorgen. Den Abend verbrachten wir dann in einem typischen Wirthaus mit den lokalen Angeboten.

7. Tag: Teisendorf – Berchtesgaden – ca. 70 Kilometer. Am Morgen brechen wir von Teisendorf – in dem auch eine bekannte Radsportbekleidungsfirma ihren Werkverkauf hat – aus auf zu unserer letzten Etappe die uns nun an den Königssee führen soll. Der Morgen ist sonnig und gibt uns wieder einmal einen Eindruck von dem tollen Bergpanorama der Alpen, das uns bei besserem Wetter zu einer schöneren Tour gereicht hätte. So aber wieder ab Mittag hinter Bad Reichenhall – einem mondänen und bekannten Kurort – einsetzender Regen. Die letzten Kilometer also mit komplettem Regenzeug und in nasser Umgebung bis an den Königssee – der auch sehr trostlos ausschaut bei diesem miesen Wetter. Dennoch ein denkbarer Anblick – schliesslich haben wir hier nun unser Ziel erreicht – aber auch wegen des gigantischen Touristennepp und der damit verbundenen Abzocke – ähnlich dem auf Schloss Neuschwanstein. Wir freuen uns dennoch angekommen zu sein und finden eine tolle private Pension unweit des Sees. Am Abend machen wir uns noch einmal auf den Weg an den See - zu Fuss und bei trockenem Wetter - haben noch ein mageres Abendbrot in einem der dortigen Touristenlokale. Zurück in unserer Pension sind wir zufrieden mit uns und gesamten Verlauf der Tour, auch über unsere trockene Unterkunft und das wird mit dem ein oder anderen Bier dann noch entsprechend gewürdigt.

8. Tag: Heimreise – Berchtesgaden – Bremen – Bremervörde. Diesen Tag beginnen wir mit einem kurzen „Anradeln“ vom Königsee direkt nach Berchtesgaden hinein zum Bahnhof. Danach die etwas öden Bahnkilometer über Bremen mit Umstiegen dann bis Bremervörde. Den Weg vom Bahnhof zu unseren heimischen Gefilden beschliessen wir dann ebenso mit dem Rad. Nach den bisher abgeradelten 540 Kilometern war dies dann auch die kleinste Anstrengung auf eigener Achse nach Hause zu rollen.

An dieser Stelle möchte ich nun noch einmal auf den 5. Tag unserer Tour eingehen wo wir am Morgen in Gmünd am Teerensee aufbrachen. Hier regnete es schon "schlank weg", wie wir Norddeutschen sagen würden. Wir mussten also vom Start weg gleich in kompletter Regenmontur aufbrechen und auf den ersten Kilometern wurde es sogar noch heftiger mit dem Regen. Nachdem wir nun also bis gegen Mittag schon einige Zeit in den Regenklamotten unterwegs waren und diese auch schon langsam "durchweichten", kam uns in einem Ort eine Bäckerei mit kleinem Café gerade recht, um eine Pause zu machen. Wir betraten in voller Montur also den Bäckerladen und während wir Kaffee und irgendwelche Leckereien bestellten, bildete sich um unsere Schuhe schon eine Pfütze, die rasant an Größe zunahm. Die Bäckersfrau schaute etwas irritiert über den Tresen und wir machten uns schnell in Richtung Caféraum davon. In dem gemütlichen, auf bayrische Art, eingerichteten Raum, begannen wir sofort die Regensachen auszuziehen und sie dann über die zu Verfügung stehenden Stühle an unserem Tisch zum trocknen aufzuhängen. Auch dort natürlich sofort die unerwünschte "Pfützenbildung" unter den Stühlen. Als die Bedienung uns dann unsere Bestellung brachte, rechneten wir schon irgendwie damit eine Bemerkung zu hören oder sogar sofort aus dem "Lokal zu fliegen". Aber nichts, es wurde nett serviert und stillschweigend zur Kenntnis genommen, das wir absolut durchnässt waren und somit wohl etwas "Trocknung und Wärme" gebrauchen konnten. Man ließ uns also gewähren und wir konnten uns tatsächlich erst einmal stärken, aufwärmen und unsere Regensachen soweit abtrocknen lassen, so das wir sie dann auch gleich wieder "halbwegs" trocken überstreifen konnten für die Weiterfahrt. Als wir nach nebenan in die Bäckerei zurück gingen um zu bezahlen, war unsere Pfütze im Verkaufsraum schon beseitigt worden und man wünschte uns eine gute Fahrt und auch besseres, trockeneres Wetter für die Zukunft.
So wie dort, wurden wir oft aufgenommen oder empfangen, trotz triefnasser und schmutziger Regensachen nebst Gepäck und Fahrräder, für die man uns oft auch noch eine trockene Unterstellmöglichkeit besorgte. Scheinbar selbstverständlich in einem Landstrich, wo man noch den Umgang mit Menschen gewohnt ist, die "im Freien" unterwegs sind und/oder auch arbeiten wie eben dort auf den Feldern und in den Wäldern. Diese schöne Gegend haben wir somit leider nur zu oft im Regen wahrgenommen und die angrenzenden Alpen und deren tolles Panorama haben wir auch nur selten geniessen können. Sicher schade aber dennoch hat uns vieles Andere dafür entschädigt – schmucke Orte mit ihren netten unkomplizierten Bewohnern – so manches an Sehenswertem – das hervorragende Essen und nicht zuletzt das leckere Bier und der ein oder andere „Selbstgebrannte“ am Abend. Alles in allem eine gelungene Starttour, die mein Radsportkollege Manfred und ich hier in Angriff genommen haben und die nach weiteren Touren und Abenteuern verlangte. So haben wir ja auch bis heute schon vier solcher Unternehmungen durchgeführt und bereut haben wir noch keinen Tag – egal wie auch immer das Wetter gewesen sein mag. Letztendlich gab es immer so viel Neues und Schönes in den so unterschiedlichen Regionen entlang der Grenzen zu entdecken und zu erleben, das es allemal immer eine „Mordsgaudi“ war.