Um 14:55 der kleine Schubs vom Starthelfer und los geht es von der Rampe. Der Transponder piept, ich bin im Wettkampf. Runter geht es in dem Örtchen Hösseringen rein. Ich muss auf fast 0 herunterbremsen und werde nach rechts auf den Rundkurs geschickt. Fast aus dem Stand muss wieder angefahren werden. Leider geht es hier aber wieder Bergauf! Das tut weh. Hey, ich bin hier beim Einzelzeitfahren, da geht es um Geschwindigkeit! Und ich hangle mich mit 18 Sachen den Berg hoch. Wie erbärmlich. Mitten am Anstieg steht ein Schildchen worauf geschrieben: „Aller Anfang ist schwer“.......na klasse.......das motiviert. Weiter geht die Quälerei. Irgendwie komme ich nicht voran. Die Pumpe rast, die Beine brennen. Am Straßenrand
ein Schildchen: „2 km“. Suuuuper, nur noch 28 km! Heute wirst du dich so richtig schön blamieren. Es geht runter nach Olmsruh und hier habe ich, wie herrlich, zum ersten Mal ein wenig Tempo auf dem Tacho und Entlastung an den Beinen. Tick-Tack-Tick-Tack-Tick-Tack und schon kommt die Spitzkehre in Suderburg. Aber was ist das? Nicht nur dass es wieder aufwärts geht, nein, auch der Wind kommt von vorne! So war das nicht gedacht! Der sollte hier von hinten kommen! Ein langer leichter Anstieg liegt vor mir.......mit Gegenwind. Am Straßenrand wieder ein netter Spruch: „Nur die Harten kommen im Garten“.......höhö....... dann der Hinweis dass wir die Bergspitze von +81 m erreicht haben. +81 Meter, ich bin ein Bergfahrer!
Runter geht es mit Schwung nach Hösseringen. Wieder ein Schildchen:„Das Ende ist Nah“........ ja, wie ist das denn gemeint?.........und außerdem, ich bin erst auf der ersten Runde!

Es geht durch die Start / Ziel Zone auf die zweite Runde. Ich versuche ein wenig Schwung mit in den bösen Anstieg zu nehmen. Klappt nicht wirklich. „Aller Anfang ist schwer“. Ja ja, das hatten wir schon. Weiter geht’s, ich freue mich schon auf die Abfahrt nach Olmsruh. Ruck Zuck ist auch schon wieder die Spitzkehre in Suderburg erreicht. Halbzeit! Eigentlich geht es doch. Es folgt der zweite Anstieg zur Zugspitze. Uwe überholt mich. Gut so. Auf dem Radweg schaut sich Westpoints Guido die Konkurrenz an. Muß dass nun gerade hier sein wo ich mühe habe die 3 vorne auf’m Tacho zu halten? Egal. Nicht ablenken lassen. „Nur die Harten kommen im Garten“. Spitze erreicht und wieder geht es nach Hösseringen. „Das Ende ist Nah“, nur noch eine Runde! Nur noch eine Runde? Ha! Auf ihn, mit Gebrüll!........ich falle wieder auf 20 runter am bösen Berg. Macht nichts, ich weiß ja dass es gleich flotter weiter geht. Mit Freude fahre ich die letzte Runde. Im Ziel, nach dem zweiten Transponderpiep, habe ich einen noch nie vorher erreichten Schnitt von 36,06 km/Stunde auf dem Tacho stehen. Ich freue mich über diese Zeit und später über einen zweiten Platz in der Damenwertung.

Olmsruh, es hat Spaß gemacht, wir sehen uns wieder!