Erst einmal möchte ich natürlich noch einmal bei Helmut bzw. dem Veranstalter Herrn Sauser für das absolut gelungene Wochenende bedanken!!

Nachdem ich also nun erfuhr, dass ich der glückliche Gewinner des Rennwochenendes in Triberg sein sollte, brauchte ich natürlich einen zweiten Mann. Bei einem Vorlauf von knapp 2 Wochen sollte das gar nicht so einfach sein, wie sich herausstellte. Weder aus meinem Heimatverein, noch aus meinem Jedermann-Team fand sich jemand, der kurzfristig Zeit hatte! Da ich aber in den letzten Jahren bei sehr vielen Rennveranstaltungen zugegen war, und dort sehr viele Freunde gefunden habe, fand sich dann schließlich doch ein Radsportler, der sicherlich mit der Herausforderung dort zu Recht kommen würde: Thorsten Bickel aus Oldenburg.

Schließlich wurde er gerade vor kurzem Deutscher Meister im Duathlon und die Jungs können auch richtig gut Radfahren.

So machte ich mich also am Freitagmorgen um 07:00 auf den Weg nach Oldenburg, um dann nach Triberg durch zu rauschen. Schließlich sollte um 17:00 der erste Start erfolgen. So bügelten wir zwei über Deutschlands Autobahnen und erreichten Triberg um 15:00. Gemeindehaus schnell gefunden, Unterlagen für die 3 Tage empfangen, Schlaflager zeigen lassen und wieder ab zum Auto, um die Räder klar zu machen.

Ganz schön hügelig, stellte ich schnell fest, und irgendwie so gar nicht mein Terrain.

Wie auch, bei meinen Veranlagungen: 180cm, 79 KG, Beine wie ein Frosch: halt ein Sprintertyp bzw. Zeitfahrer, wenn es flach ist! „Flach gibt es hier nicht“ sagte man mir, und die RTF, die sie sich ausgesucht haben (168KM, 3200 HM) ist nicht zu unterschätzen!

Egal, dachte ich mir, ich habe ja das gute Colnago mit und da ist `ne Kompaktkurbel drauf und hinten sogar ein 27er Ritzel. Also Klamotten an, Luft aufgepumpt und los bei strahlendem Sonnenschein, die Strecke anschauen. 4,5 Kilometer? Ist ja nicht mehr als ein etwas lang angezogener Sprint, dachte ich mir! Was ich nicht so richtig auf dem Zettel hatte, waren die zum Teil 20 % auf der Strecke, und so richtig viel flacher wurde es auch nie. Au weia. Wir also zur Startrampe, wo wir die 34 Fahrer trafen, die sich das überhaupt antun wollten. Irgendwie viel ich da mit meiner Statur aus dem Rahmen? Kamen die alle von ner Fastenkur oder kriegen die zu Haus nichts zu essen? Egal, ich also auf die Startrampe und los ging es. Über Kopfsteinpflaster einem Fußweg zu, der um die Dorfkirche herum zum oberen Teil des Ortes führt, mit sehr engen Kurven und gleich richtig steil. Danach ging es dann auf einer Straße die Geutsche (so heißt der Berg) hoch. Mein Puls war sofort bei 190 Schlägen was schon mein „tiefdunkler“ Bereich bedeutet. Das 27er Ritzel war auch sofort in Benutzung und irgendwie kam ich mir wie bei einer Krötenwanderung vor? Frosch halt! Zwei von diesen „Hungerhaken“ überholten mich dann auch, was auch nicht gerade Motivation fördernd ist. Im Ziel begrüßte mich dann mein Kollege und ich konnte erst einmal keinen Pieps sagen, geschweige denn gerade aus schauen. 18:58 für gerade mal 4,5 Km? Da konnte ich ja wohl von Glück sagen, nicht mit dem Rad umgefallen zu sein? Es sollte aber noch langsamer gehen, so dass ich also nicht Letzter wurde. 27. war es am Schluss und mein Duathlonkollege wurde 12. Der Schnellste fuhr übrigens irgendetwas bei 14 Minuten.

Die Verpflegung im Gemeindehaus und die Unterkunft waren Klasse, inklusive des Frühstückes am darauf folgenden Tag.

Samstag sollten wir auf die Runde des Profirennens gehen was eine 25 Km-Runde ist, wo jede Runde knapp über 500 Hm hat. Wir zweimal; die Profis sechsmal. Diesen Sch...- Hügel mit seinen 20 % mussten wir an diesem Tag herunter und am Ende wartete dann eine 180 Grad-Kehre. Zu allem Überfluss regnete es auch noch, was vom Himmel nur so herunter kam. Also stellten wir uns an Strecke, um mal zu schauen wie die Profis das so machen. Der Erste, der da in der ersten Runde ankam, fuhr erst ein gleich in den Zaun! Moreau, der als Zweiter kam, rief nur noch „Piano, Piano“, was wohl so etwas wie „ immer schön langsam mit den jungen Pferden“ bedeuten sollte. Gefolgt von Heinrich Haussler, Patrick Sinkewitz usw. Für die Profis wurde es immer trockener, so dass sie auf der Abfahrt bis zu 108 Km/h drauf hatten.

Da sah die Kurvenfahrt schon geschmeidiger aus. Als die Profis in ihre letzte Runde gingen, waren wir dran. Und wer ahnte es nicht schon: pünktlich zu unserem Start öffnete der Himmel wieder seine Schleusen und wir und Strecke waren mal wieder nass. Na super, dachte ich mir, nicht nur dass ich hier schon wieder Berge fahren muss, nee jetzt muss ich auch die 20% Abfahrt im Regen runter. 85 Km/h hatten wir da auch noch drauf, und das Bremsgeräuch ging durch Mark und Bein.

Es ging aber alles gut. Am Schluss wurde ich 41er und mein Kumpel 17er von 64 Fahrern.

Für Sonntag stand dann nur noch die RTF auf dem Programm, die sich Kandel-Runde nannte. Wie schon erwähnt: über 168 Km und 3200 Höhenmetern. Zu allem Überfluss stellte ich am Samstagabend fest, dass sich die Kurbel am Colnago gelöst hatte und keiner einen so langen 8er Inbus dabei hatte, um in das Tretlagergehäuse zu kommen. Ich hatte ja noch ein Rad mit, aber mit 53/39 und hinten nur ein 23er. Musste aber irgendwie gehen. Am Kandel dann (10,5 Km Anstieg mit max.15 % und insgesamt 900 HM) wünschte ich mir die Kompaktkurbel her, aber es musste halt ohne gehen. War also wieder mal „Krötenwanderung“ angesagt. Oben angekommen war ich sichtlich erschöpft und hatte na nur ca. 110 Km vor mir!? Zu allem Überfluss fing es wieder mal an zu schütten. Also anhalten, Regenjacke an und weiter. Es kamen noch etliche Anstiege und Abfahrten, und mein Verstand beschränkte sich nur noch auf Essen, Trinken, weiter treten und bloß nicht Stürzen. Zum Ende wurde es wieder trocken und meine Beine machten das ganz gut mit. Nach 6 Stunden war ich dann wieder in Triberg und zum Schluss wurde sogar noch mal richtig gefightet.

Ja, und dann? Duschen, Klamotten packen, Räder ins Auto. Von Herrn Sauser habe ich mich noch einmal persönlich verabschiedet , mit der Androhung im nächsten Jahr wieder kommen zu wollen. Da bringe ich dann aber bestimmt Verstärkung mit.

Dem ganzen Orga-Team dort, auch Herrn und Frau Sauser Senior mein aller größten Dank für den erstklassigen Service und die Betreuung vor Ort. Da fällt es m.E. leicht, über die Entfernung hinweg zu sehen.

Da fahre ich dann am Sonntag den Marathon über 234 Km mit 5200 Hm! Und wenn ich es mir so Recht überlege, fahre ich vom 28. – 30 .08. da wieder runter und fahre beim Rider Man mit, der auch vom gleichen Veranstalter ausgerichtet wird.

Um 23:00 war ich dann wieder zu Hause!

Zwar völlig kaputt, aber mit dem Glücksgefühl im Bauch, dies erleben zu dürfen.

Michael Scholz