2009 sollte mal besonders beginnen, und Mallorca ist noch so weit! Für Michael stand somit ein erstes Trainingslager im Januar auf den Canaren auf dem Programm. Zwar hieß es im Vorfeld immer, das es vom Profil dort zu schwierig wäre, aber man wächst bekanntlich mit den Herausforderungen. Guter Dinge ging es somit am 02.01.09 um 03:45 von Hannover nach Gran Canaria. Nach 4,5 Stunden landeten wir bei immerhin schon 13 Grad. Hätten wir da gewußt wie kalt es in den nächsten Tagen in der Heimat würde!? Nach 20 Minütiger Busfahrt erreichten wir Plaja de Ingles im Süden der Insel und bezogen unsere Zimmer. Mittlerweile war es schon 23 Grad warm, so daß wir nur eins wollten, nämlich auf die Räder. Gesagt, getan, Räder geholt und um 14:00 rollten wir zum ersten mal über die Insel. So fuhren wir ein wenig auf der Küstenstrasse Richtung Westen, wobei mir auffiel das selbst diese nicht wirklich flach war obwohl sie als Rollerstrecke beschrieben wurde. Hier herrscht relativ viel Verkehr der aber unproblematisch ist. Da sich die Strasse immer an den Felswänden anschmiegt ist die Kulisse hier schon atemberaubend. Noch ein kurzer Abstecher in ein Tal, der als Prolog betitelt wird lies erahnen was dort auf mich zukommt. Hier fuhren wir schon mal locker von Seehöhe auf ca. 500 m bei einer Streckenlänge von ca. 15 Km. Ich würde es vergleichen mit dem Randa auf Mallorca nur länger. Wieder zurück im Hotel gab es dann lecker Essen vom Buffet und es ging früh zu Bett.

Am nächsten Morgen, die Sonne schien tüchtig, sollte es auf eine Runde von ca. 130 Km gehen, die im Roadbook als ich glaube Schwierigkeit 2 beschrieben wurde von Möglichen 4 Stufen. Küstenstrasse für 15 Km zum warm werden und dann ab in ein Tal nach Soria. Unten steht dann ein Schild, das einem darstellt was da auf einem drauf zu kommt. Zuerst schlängelt sich die Strasse langsam ins Tal hinein mit leichten Prozentsteigungen von 2- 4 %. Nach 10 Km kommt dann ein Discount an dem noch Mal Getränke gefasst werden können. Kurz danach beginnt der Anstieg den man gut einsehen kann, da sich die Serpentinen vor einem den Berg aufwärts schlängeln. So fuhr ich dann die ersten 6 Km und brauchte ganze 45 Minuten. meine Weggefährten, alle mehr vom Typ Bergfloh warteten auf mich und erklärten mir wo es weiter geht. Die nächsten 4 Kilometer, über den Bergkamm, türmten sich vor mir auf und die Strasse war zum Anfang so steil das ich erst ein Stück zurück fahren mußte um mit Schwung in den Anstieg zu gelangen. Eigentlich war ich über die Kassette die man mir montiert hatte sauer (12-34) aber bei Minnimal 39 Zähnen vorn brauchte ich das 30er und 34er Ritzel öfters als ich dachte. Oben angekommen war ich sichtlich erschöpft , immerhin hatte ich ja auch schon 45 Km von 130 Km geschafft!? Was da wohl noch kommt? Zum Glück blieb man erst mal hier oben auf dem Kamm und fuhr die nächsten 40 Km relativ flach, was hier allerdings eine andere Bedeutung hat als zu Hause. Hoch und runter geht es immer andauernd mit kleinen Stichen die man aber wegdrücken kann wenn die Beine frisch sind. Nach 85 Km gabelte sich die Strecke ( Ajacata) und man kann weiter bergauf fahren oder zurück nach Plaja de Igles über San Bartolomä und Fataga. Für mich kam nur noch die Rückfahrt in Frage die angeblich nur bergab gehen sollte. Da waren dann nur noch drei Gegenanstiege im Weg, die aber genug weh taten. Nach 130 Km und 2000 hm war ich dann sichtlich erschöpft nach 6 Stunden wieder im Hotel.

Wie die nächsten Tage verliefen brauch ich nicht mehr ausführlich beschreiben, da sie immer ähnlich abliefen, ob nun nach Osten oder Westen, letztentlich fährt man wieder in ein Tal und schraubt sich Berge hoch. Manchmal gleich nach dem Start für bis zu 40 Kilometer lang von Seehöhe auf 1900 m. Wobei die Steigungen bis zu 16 % hatten. Obwohl die Insel garnicht so groß ist, habe ich es nie geschafft den nördlichen Teil der Insel zu sehen. Meine Begleiter fuhren einmal in diese Gegend über eine Route die sich " durch das Tal der Tränen" nennt und fuhren 160 Km mit 3000 hm in 9 Stunden. Zwar gab es dort eine Abkürzung die dann " durch das Tal der Männertränen" heißt, aber selbst sie wollten nicht Passagen von bis zu 22 % fahren. Mir hat das schon gereicht wo ich gefahren bin. Und was mir noch auffiel: zwar sind dort im Januar schon etliche Rennradler unterwegs, aber durch die Bank durch von der Sorte ambitionierte Rennfahrer die vermutlich im Jahr über 15.000km fahren, und davon etliche Rennkilometer, und nicht solche wie man sie zu Hauff auf Mallorca antrifft, die mit unrasierten Beinen und einigen Kilos zu viel auf dem Rad sitzen.
Letztendlich war der Aufenthalt trotzdem fantastisch von der atemberaubenden Landschaft bis hin zu den tollen Strecken bei immer über 23 Grad. Und ob man sich den Bergen kaputt fährt oder nicht ist letztendlich eine Frage der Geschwindigkeit. Das war mit Sicherheit ein super Start in die neue Saison.